Im Jahr 1927 hatte der damalige Leiter der Möbelwerkstatt am Bauhaus Dessau eine einfache, praktische und wegweisende Idee. Marcel Breuer konstruierte aus Stahlrohr und Gurten den Loungestuhl D4. 100 Jahre später erfährt dieser Meilenstein der deutschen Designgeschichte eine Aktualisierung und Neuauflage – als „D4 zirkulär“. Hergestellt aus CO2-reduziertem bluemint Stahl von thyssenkrupp Steel, in Form gebracht von den Experten von thyssenkrupp Schulte und fertiggestellt von Tecta.
Eine Kooperation, die nahtlos ineinandergreift.
Alles beginnt unter der Federführung von thyssenkrupp Schulte mit dem Coil. Der hier aufgewickelte bluemint Stahl wird von tk MPE (thyssenkrupp Materials Processing Europe) in Krefeld gespalten, dann in etlichen weiteren Arbeitsschritten zu einem Rohr verschweißt, in Form gebogen und mit präzisen Bohrungen versehen. So entsteht das Grundgerüst aus Stahlrohr, welches nach der Anlieferung bei Tecta zum fertigen D4 zusammengebaut wird.
Der D4 zirkulär darf als eines der ersten Möbelstücke gelten, das konsequent aus CO2-reduziertem Stahl gefertigt wird. Was Breuer formal begann – das Überflüssige wegzulassen –, erreicht nun die atomare Ebene. Dabei bleibt die Verbindung zum Ursprung physisch greifbar. Die Bespannung des Sessels ist das recycelte Gewebe eben jener Silbermäntel, die zuvor am Hochofen im Einsatz waren. Der Schutzwall gegen die 2000 Grad heiße Glut wird zur Sitzfläche eines Designklassikers.
Was mit einem einzelnen Sessel begann, bereitet nun den Weg für die Serie. Die Produktion bei Tecta steht bereit, diesen Standard auf weitere Entwürfe zu übertragen. Ein Objekt als Wegweiser – leicht, sauber und so zeitlos, wie es das Bauhaus dachte.